Flying Kiwi

Flying Kiwi Media GmbH

Die Gewerbeanmeldung als Verlag und Verlagsservice erfolgte 1986 während meiner Ausbildung zum Verlagskaufmann in Bonn-Bad Godesberg bei der SpielBox. Gerhard May, der spätere Gründer und Herausgeber der Weiterbildungszeitschrift „ManagerSeminare“, hatte mich stark mit seiner Erstellung der Infobroschüre „Vorsicht, Nebenverdienst!“ motiviert, ebenso jetzt schon loszulegen und nicht erst den Ausbildungsabschluss abzuwarten. Für seine Publikation zeichnete ich die Titelseite. Der erste Verlagssitz war Am Arndtplatz 9, Bonn, gegenüber der sehr gut bewachten und abgeschirmten isrealischen Botschaft.

Der Verlagsname entstand durch meine Freundin Meike Toelstede. Sie war für ein Jahr mit dem Rotary-Club Flensburg als Austauschschülerin in Neuseeland und brachte wunderbare Bücher mit faszinierenden Fotos vom kleinen, nicht flugfähigen Vogel Kiwi mit. Dieser Vogel hatte evolutionär das Fliegen verlernt, weil er keine natürlichen Feinde auf der Insel hatte, vor denen er hätte fliehen sollen. Unser Verlagsprogramm wird konkurrenzlos sein. Wir werden ebenso keine natürlichen Feinde haben und uns inhaltlich wohl auch eher auf Inseln bewegen. Aber wir träumen, wir haben eine spielerische Phantasie und können uns vorstellen, abzuheben. So konnte der Verlag doch nur „Flying Kiwi“ heißen.

Die kurzfristige redaktionelle Koordination und Produktion der Spiele-Fachzeitschrift „SpielBox“ (Interimsmanagement) bei der Übergabe vom Argo Verlag, Bonn, zum Huss Verlag, München, war der erste „Auftrag“ aus dem SPD-Presse-Imperium an mich, nachdem der Vorwärts-Geschäftsführer Friedhelm Merz und seine Lebensgefährtin sowie meine Ausbilderin Rosemarie Geu Ende 1985 recht spontan vom SPD-Schatzmeister Hans-Jürgen Wischnewski (1922-2005) entlassen wurden. Die „SpielBox“ sollte als Titel verkauft werden und dazu musste sie erstmal weiterbestehen. Zu meinem Auftrag ab Februar 1987 gehörte ein zweimonatiger Aufenthalt in München, um die Mitarbeiterinnen vor Ort in das neuartige, computergestützte Abonnentenverwaltungssystem einzuarbeiten. Bei dem Huss-Mitarbeiter Reinhard Irrgang kam ich während dieser Zeit in der Kapuzinerstraße unter.

Ein Satz- und Layoutauftrag für das „Bibel-Projekt“ des Hänssler Verlages, gemeinsam mit Wieland Stahlschmidt, mit der Nutzung der ersten geliehenen Macintosh-Computer (Vorläufer von Apple) ohne Festplatte, auf 3,5-Zoll-Disketten, stellte den zweiten Auftrag dar. Zukünftige Theologiestudierende sollten die Original-Hebräisch-Ausgabe mit Lautschrift und deutscher Übersetzung lesen können. Und die Bibel ist ein sehr dickes Buch. Diese Fleißarbeit am Bildschirm wurde fast so gut bezahlt, wie die damals üblichen Aufträge für Schriftsetzer, die noch in Bleilettern dachten. Die Produktionskosten waren jedoch aufgrund der eingesetzen neuen Technologie extrem gering. Der so erwirtschaftete Überschuss diente als Finanzierungsgrundlage für das erste Comicprojekt: „ÖDE Zeiten“. Die Bibel als Ausgangspunkt und Startkapital für einen Comicverlag, meine erstes Unternehmen. Wer hätte das gedacht? Keine Bank. Keine Kredite.

 

Bibel Hebräisch Lautschrift Deutsch
Bibel (Ausschnitt) in Hebräisch, mit Lautschrift und Deutsch als „komplizierten“ Satzauftrag von rechts nach links

Nach meinem Studienplatzwechsel von der Uni Köln zur Fachhochschule Flensburg zog auch der Verlag 1990 nach Flensburg in die Kanzleistraße.

Im Folgenden liste ich die dann kommenden Buch- und Comic-Veröffentlichungen übersichtlich auf. Sehr viele sind davon immer noch käuflich online auf der Webseite des Verlages zu erwerben: HIER.

 

Das erste Buch im Flying Kiwi Verlag: ÖDE Zeiten (1988)

Es folgte die Herausgabe des ersten eigenen Werkes 1988: „ÖDE Zeiten“ als Sammelband für die von 1983 bis 1988 erschienen ersten „besten“ Zeitungsstrips aus der kostenlosen Wochenzeitung „Moin Moin“ mit der bis dahin unveröffentlichten längeren Story „ÖDE in Roskilde“ von Kim Schmidt. Kim und ich hatten bisher viele Zeitungscomics veröffentlicht. Damals alles natürlich in schwarz-weiß. Frabe war nicht unser Ding. Auf dem Comic Salon in Erlangen hatte ich Wolfram Nowatzyk mit seinen genialen Airbrush-Arbeiten kennengelernt. Meine Anfrage, ob er uns mit schönen Farbverläufen helfen könnte, beantwortete er positiv und sendete mir dieses von ihm faszinierend colorierte Cover für unser erstes gemeinsame Buch „ÖDE Zeiten“ zu. Wunderbar. So wie ein Wissenschaftsverlag seine Verlagssitze mit „Berlin, New York, Tokio“ angab konnten auch wir mit Orten wuchern, unsere Verlagsorte: Harrislee (Kim), Bonn (Jens) und München (Meike Toelstede).

ÖDE Zeiten, Kim Schmidt und (bisschen) Jens Junge, erster Comic im Flying Kiwi Verlag 1988
„ÖDE Zeiten“, Kim Schmidt und (bisschen) Jens Junge, erster Comic im Flying Kiwi Verlag 1988

Unser erster Comic des Verlages erschien am 8. Oktober 1988. Da kam die Palette mit den Heften von der Bonner Druckerei Courir-Druck (ehemalige SPD-Druckerei, Dank an den Geschäftsführer Herbert Sodian) in Harrislee an. Diese Palette wurde von der Spedition ITM (ebenso in Harrislee, Dank an den Geschäftsfüher Klaus Modrow, 1941-2023, einem ÖDE-Fan) auf einer Leerfahrt von Bonn mal so eben mitgenommen.

Die Buchpräsentation fand am 14. Oktober in der Flensburger Fußgängerzone im Möbelgeschäft „Junge Möbel“ in der Großen Straße 69 mit Signierstunde von Kim statt und erfuhr großen Andrang. Passend zur Buchpräsentation gab es als Merchandising-Produkt ein T-Shirt. Kim und ich produzierten bei dem Schauwerbegestalter Stahmer einige der T-Shirts im Siebdruckverfahren in einer Nacht- und Nebelaktion selbst (s. Foto mit Scholz).

ÖDE T-Shirt von 1988
ÖDE T-Shirt von 1988. Links: Michael Scholz, stolzer Besitzer eines der letzten T-Shirts seit 29 Jahren. Rechts: Kim Schmidt, bei der Buchpräsentation „Das war ÖDE“ am 6. Oktober 2017

 

Erster Pressebericht im Flensburger Tageblatt

Im Flensburger Tageblatt (einem Konkurrenzblatt zur „Moin Moin“) erschien tatsächlich eine kleine Rezension zu unserem Comicband: „Regional-Comic jetzt im Handel. (ft) ‚Öde Zeiten‘ verspricht das erste Comic-Buch des Flensburger Zeichners Kim Schmidt, das diese Woche auf den Markt kommt. Mit spitzer Feder und flotten Sprüchen erzählt Schmidt die Abenteuer seines Helden mit dem bezeichnenden Namen Öde, Flensburger von Beruf, Fernseher aus Leidenschaft und guter Kunde der örtlichen Brauerei. ‚Öde Zeiten‘ bescheren dem Leser in meist kurzen Strips respektlos kommentierte lokale Katastrophen, alltägliche Begebenheiten, mitunter auch Nichtigkeiten, die bisweilen haarscharf an den Grenzen des guten Geschmacks vorbeischrammen. Doch es wird auch sehr menschlich: Öde beim Zahnarzt, Öde krank im Bett, Öde bei einer nächtlichen Zechtour in gefährlicher Nähe des Flensburger Hafens. Besonders breiten Raum hat Kim Schmidt der Fahrt des ‚Helden‘ und seiner Freunde zum Roskilde-Festival gewidmet. Auch in dieser Hinsicht ist ‚Öde Zeiten‘ ein echter ‚Regional-Comic‘.“

Mit einem Buchprojekt war der Verlag ja nicht sonderlich groß und bis ausreichend neues Comic-Material von Kim produziert war, dauerte es.

 

Das zweite Buch: JUDO Faszination (1990)

Ich war zu der Zeit Student in Köln und lebte in Bonn. Das Studium und meine Reisen (Kenia, Finnland, Frankreich, Schweiz etc.) mussten finanziert werden. Durch meine Judo-Aktivitäten lernte ich Ulrich Klocke kennen, seines Zeichens Judo-Urgestein und Trainer im 1. Godesberger Judo-Club e.V. sowie Trainer des Landeleistungsstützpunktes. Er saß bei allen Welt- und Europameisterschaften mit seinen hochmodernen Fotokameras am Mattenrand und schoß die damals seltenen Bewegungsfotos. Vom Griffkampf, über den Wurfansatz, die Wurfdurchführung, bis zum Flug des Geworfenen und seiner Landung auf dem Rücken produzierte er Fotoserien von Spitzenjoduka, Männer und Frauen, die einmalig waren.

Judo Faszination, von Ulrich Klocke und David Finch
Judo Faszination von Ulrich Klocke und David Finch im Flying Kiwi Verlag, 1990

Darüber hinaus kannte er einige seiner Foto-Kollegen vom Mattenrand. Der Brite David Finch war einer von ihnen. Aus den reichhaltig gefüllten Archiven stelle Uli ein wunderschönes Fotobuch der 80er-Judo-Jahre zusammen. Aufgrund der damals noch sehr hohen Druckkosten für Farbseiten, erschien das Buch nur mit ein paar ausgewählten Farbfotos und zahlreichen schwarz-weißen Fotos.

Ulrich Klocke mit seiner Frau Ruth und Jens Junge
Ulrich Klocke mit seiner Frau Ruth und Jens Junge während eines Besuches mit WoMo in Flensburg 2017

Nach dem Judo-Buch, das auch an der Sporthochschule in Köln verkauft wurde, bekam ich von dort die Anfrage, das Tischtennisbuch „Ping Pong“ zu vertreiben, das dort als Diplomarbeit entstanden war.

 

Schronz – Comix wie Du & Ich (1994)

Kim war mit seinem Freund Henning ein halbes Jahr in USA zu einer ethnologisch motivierten Rundreise. Dies führte zum vorübergehenden Ende dieser Comic-Serie im Dezember 1991 mit 274 Folgen von Kim. Unser gemeinsamer Freund und Comicexperte aus Kindertagen, Harald Tiedemann, übernahm als ausgebildeter Grafik Designer mit seiner Serie „Tanja“ den Zeichenauftrag für die „Moin Moin“ für drei Jahre. Kim startete nach dieser Pause den ÖDE mit einem neuen Aussehen, ohne Sonnenbrille. Wir beide hatten uns 1983 beim Start der Serie über das Aussehen unseres Protagonisten zeichnerisch einigen müssen. Klar war zum Start, dass wir uns wöchentlich mit den Strips abwechesln wollten. Wie sollen wir aber seine Augen zeichnen? Deshalb erhielt er die für einen Flensburger wirklich sehr untypische Sonnenbrille als Kompromisslösung. Zum Ausgleich bekam er obendrauf eine Pudelmütze. Jetzt, wo Kim die Serie alleine weiterzeichnete, konnte ein gestalterischer Neustart erfolgen.

Zurück in Flensburg und über die drei ödefreien Jahre hatten sich bei Kim jedoch einige andere Zeichnungen angehäuft. Wunderbare Werke. Thematisch kunterbund.

Aber was sollte denn mal mit all dem anderen Material, mit den phänomenalen Gags passieren, die Kim rumliegen hatte, weil er mit sehr unterschiedlichen Zeichenstrichen die damals üblichen Fanzines belieferte? So war schnell die Idee zu einem Sammelband geboren, wo die Klassiker „Horst der Ziwi“, „Kneipp-Tour – Flensburg bei Nacht“, „Habermann“, „Das Naapalm-Duo“, „Rubbermaids“, „Ruberos – Hecho en Mexico“, „Raven“ und zahlreiche USA-Skizzen erscheinen sollten. Der Band erhielt den Namen „Schronz – Comix wie Du & Ich“ und hatte in jedem 7. Heft einen Airbag dabei (Luftballon…). Das Backcover war kunstvoll dahingekleckert von Joachim Guhde, aka Jo84, dem Herausgeber des Fanzines „Sprühende Phantasie“.

Auszug aus Kims Vorwort: „Warum dieses Buch? Gerade in der heutigen Zeit voller Angst und Wirrnis ist es wichtig, dem jungen Menschen ein Stück Lebenshilfe mit auf den Weg zu geben. Niemand weiß weniger als der Autor, welch unsagbare Lasten auf junge Schultern drücken können. Ihm selbst, seit bald zwanzig Jahren Leiter einer Klinik für Kleintierorthopädie, liegt es fern, mit diesem Werk ein Objekt oberflächlicher Vergnügung geschaffen zu haben. Er meint: ‚Dieses Buch soll Zeichen setzen und es wird Zeichen setzen. Aus diesem Grunde setze ich jetzt und hiermit diesen Punkt.'“

In Anlehnung an den ersten ÖDE-Band, waren jetzt die Verlagsorte Glücksburg (ich wohnte dort inzwischen im Kavalierhaus auf dem Schloßhof), Harrislee (unsere Eltern) und Flensburg (Kim) sehr nah beieinander. Aber um es kurz herauszusagen, so einen unbekannter Titel mit dem darin enthaltenen inhaltlichen Mischmasch, kam beim Buchhandel und den Leserinnen und Lesern nicht doll an. Kim als der ÖDE-Zeichner war nach der langen Pause kein Begriff mehr. Ökonomisch geriet dieser Band zum ersten Griff des Verlages ins Klo und nach vielen Jahren hat Kim sogar einige Exemplare dem Altpapier übergeben.

"Schronz - Comix wie Du & Ich", Flying Kiwi Verlag 1994
„Schronz – Comix wie Du & Ich“, Flying Kiwi Verlag 1994

Aber in allem Schlechten steckt auch etwas Gutes. Kim wohnte zu dieser Zeit mit Elke zusammen in einer großen Altbauwohnung im Nordergraben in Flensburg, gegenüber von seiner ehemaligen Schule, dem „Alten Gymnasium“. Und in diese große Wohnung lud er zu einer sagenumwobenen Veröffentlichungsparty mit Buchpräsentation ein, zu der auch einige Medienvertreter erschienen (z.B. Gunnar Dommasch). Es entstanden vertiefte persönliche Kontakte und damit die Basis für das kommende Mehr.

 

Sprühende Phantasie Nr. 13 (1994)

Joachim Guhde, aka Jo84, hatte mit viel Elan das Fanzine „Sprühende Phantasie“ gestartet. Aber irgendwann kam kein neues Heft mehr. Nach drei Jahren Pause ergab es sich, nachdem Jo seinen Bundeswehrdienst im Norden abgeleistet hatte, so dass man sich häufiger persönlich traf, gemeinsam ein historisches Comic zusammen mit Harald Tiedemann erstellte („Das Naapalmduo“) und Jo von seinen extremen Herausforderungen berichtete, die ihm das reale Leben stellte.

Kim und ich haben Jo dann ermuntert, mit der „Sprühenden Phantasie“ doch nach drei Jahren Pause endlich weiterzumachen und im als Anschubser die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt. Dabei kam dann mit der Nr. 13 1994 ein Cover heraus, das, naja, heute vielleicht so nicht mehr gezeichnet werden würde, weil das Thema Kolonialismus differenzierter zu betrachten ist…

Sprühende Phantasie Nr. 13, Jo84, Joachim Guhde, 1994
Sprühende Phantasie Nr. 13, Jo84, Joachim Guhde, 1994

 

30 Jahre später treffen sich Kim Schmidt, Joachim Guhde (Jo84) und Jens Junge auf dem Comic Salon in Erlangen in der Ausstellung von Jo84 und feiern zusammen 40 Jahre „Sprühende Phantasie“.

Kim Schmidt, Joachim Guhde und Jens Junge auf dem Comic Salon in Erlangen 2024 in der Ausstellung 40 Jahre Sprühende Phantasie
Kim Schmidt, Joachim Guhde und Jens Junge auf dem Comic Salon in Erlangen 2024 in der Ausstellung 40 Jahre Sprühende Phantasie

 

ÖDE Sammelband (1996)

Der zweite ÖDE-Band kam als Sammelband des „neuen“ ÖDE ohne Pudelmütze und Sonnenbrille daher, aber mit schwungvollem Cappy. Kim machte ab März 1994 weiter. Und nach weiteren zwei Jahren traf er unter den bis dahin entstandenen 91 Strips die Auswahl für einen Sammelband, was dann ein geklammertes Heft mit 24 Seiten wurde. Farbcover aber ansonsten schwarz-weiß.

ÖDE Sammelband, Kim Schmidt, Flying Kiwi Verlag 1996
ÖDE Sammelband, Kim Schmidt, Flying Kiwi Verlag 1996

Aber der Traum von einem kommenden farbigen Album war schon mit einem Werbeblatt im Sammelband enthalten. „Das neue große ÖDE-Buch… durchgehend 4-farbig“: ÖDE on the road.

Flying Kiwi Verlag, Werbezettel, Beilage, Comic, Vorfreude auf das Album in Farbe "ÖDE on the road"
Flying Kiwi Verlag, Werbezettel, Beilage, Comic, Vorfreude auf das Album in Farbe „ÖDE on the road“

 

Das eingelegte Werbeblatt hatte schon einen Coverentwurf und einen Coupon für eine Vorbestellung für die treuen Leserinnen und Leser mit dabei. Wie kam es zu dieser Ankündigung? Wieso konnte der Regional-Comic ÖDE denn vom reinen wöchentlichen Zeitungsdasein in den Bereich der edlen Comicalben aufsteigen? Das ist doch teuer.

Flying Kiwi Verlag, Bestell- und Werbezettel, Ankündigung von "ÖDE on the road" mit Coupon
Flying Kiwi Verlag, Bestell- und Werbezettel, Ankündigung von „ÖDE on the road“ mit Coupon

 

ÖDE on the road (1997)

Der Comic-Strip ÖDE lief immer schwarz-weiß mit zwei bis vier Bildchen pro Strip und kurzem Gag in der Zeitung. Geschichte? Naja, in so kurzen Bildern lassen sich nicht lange Geschichten unterbringen und so träumte in dieser Zeit jeder Zeichner von der Veröffentlichung eines Comic-Albums in Farbe, mit langen Geschichten, so auch Kim. Nur unser Verlag hatte nicht die Kapitalstärke, eigenständig ein so kostenintensives Projekt vorfinanzieren zu können. Im Jahre 1995 arbeitete ich in Glücksburg auf dem Schloßhof bei der damals studentischen Unternehmensberatung „Glücksburger Konzepte“ und organisierte eigentlich die Symposien für Wirtschaft und Kultur. Diese Firma war zum Teil ebenso mit der Organisation und Durchführung der „Vision Schleswig-Holstein“ von der IHK Flensburg beauftragt worden. Dort konnte ich die Idee platzieren, im Rahmen dieses „Internationalen Wirtschafts- und Kulturfestivals“ einen Comic-Wettbewerb veranstalten zu können. Natürlich hatte ich dabei die Hoffnung, dass Kim als bester Zeichner der Region gewinnen könnte. So kam es dann auch.

"ÖDE on the road", Kim Schmidt, 1997
„ÖDE on the road“, Kim Schmidt, 1997

ISBN 978-3-926055-09-X (vergriffen)

Das Druckhaus Severin Schmidt hatte der IHK eine Finanzierung in Form eines limitierten Druckauftrages zugesagt. Der Weg für ein erstes komplett farbiges Comicalbum war frei. Unser Dank geht besonders an den Druckereimanager Adalbert Hertel, der dieses Projekt ermöglichte. Wir hatten damit einen qualitativ top hochwertigen Band im Verlagsprogramm, der keine Produktionskosten erforderte. Aber es kam noch besser.

Dieser neue ÖDE-Band, dieses stolze Farbalbum, sollte adäquat beworben werden. Dazu kam Kim die Idee, die Schleswig-Holstein-Karte am Anfang des Comics (inspiriert durch die Asterix-Literatur, die auch immer mit der Landkarte Galliens begann) als Werbeposter produzieren zu lassen und den Buch-Bestellungen der Buchhändler kostenfrei beizulegen, damit sie das lustige Poster „Hedwig-Holzbein“ zu Werbezwecken aufhängen. Das taten einige auch. Aber der dann einsetzende Effekt war überhaupt nicht geplant. Die erste Buchhandlung rief recht schnell an und wollte wissen, wie viel ein Poster „Hedwig-Holzbein“ kosten würde, sie wollten gerne zehn Stück bestellen, weil so viele Kunden nach dieser Ulk-Landkarte fragten. Äh. Wir hatten ein absolut ungeplantes Produkt im Programm, ließen flott das Poster nachdrucken.

Landkarte und Poster "Hedwig-Holzbein" mit Local Heroes Werbung
Landkarte und Poster „Hedwig-Holzbein“ mit Local Heroes Werbung, spätere Auflage aus 1998

 

Das Hedwig-Holzbein-Poster (ab 1997)

Wir wurden von der Nachfrage überrollt. Ständig mussten wir dieses Poster in 10.000-Auflagen nachdrucken. Und es riefen Bürgermeister an, die bemüht waren, darum zu bitten, bei der nächsten Auflage mit ihrem Ort bitte auf der Landkarte vertreten zu sein. Wir starteten die Webseite „mein-Dorf-fehlt.de“. Es enstand eine Mit-Mach-Aktion, die den Umfang und die Qualität des Posters mehrfach erhöhte. Die Produktionskosten von einem Poster unterscheiden sich gravierend von einem Buch oder Comic. So hatten wir über Nacht das margenträchtigste und erfolgreichste Produkt unseres Verlags ungeplant durch unsere Fans geschenkt bekommen.

 

Der Flying Kiwi Verlag benötigte ein Logo

Aber eigentlich hat Jens Junge ja den Beruf des Verlagskaufmannes erlernt, um einen Comicverlag zu gründen und nicht „nur“ Sportbücher und andere Literatur zu produzieren. Da musste doch mal ein entsprechendes markenprägendes Logo entworfen werden. Kims Entwurf mit dem fröhlichen Kiwi in der Mitte erhielt bei der Verlagskonferenz die sofortige Zustimmung und anschließende Verwendung.

Logo Flying Kiwi

Leicht abgewandelt ohne i-Punkte und einem eher dösig dreinguckenden Kiwi erschien fortan das Logo auf allen Verlagsprodukten.

Logo Flying Kiwi, schwarz-weiß
Logo Flying Kiwi, schwarz-weiß

 

ÖDE Sammelband, 2. überarbeitete Auflage (1998)

 

ÖDE Sammelband, Kim Schmidt, 2. überarbeitete Auflage, Flying Kiwi Verlag 1998
ÖDE Sammelband, Kim Schmidt, 2. überarbeitete Auflage, Flying Kiwi Verlag 1998

ISBN 978-3-926055-08-1 (vergriffen)

Schon in der Neuauflage dieses Sammelbandes wurde das kommende Werk „ÖDE hart an der Grenze“ angekündigt.

 

ÖDE hart an der Grenze (1999)

Erstaunlich. Alle vorherigen Anfragen, ob die „Moin Moin“, das kostenlose Wochenblatt in dem der Comicstrip ÖDE regelmäßig erschien, einen Sammelband, eine gebündelte ÖDE-Ausgabe unterstützen würde, wurden jahrelang abgelehnt. 1999, nach 16 Jahren, war der Zeitungsverlag erstmalig und letztmalig bereit, eine Ausgabe zu begleiten: „ÖDE hart an der Grenze“, siehe Logo links oben in der Ecke. War dem MM-Verlag jahrelang die Wirkkraft seines Comicstrips nicht bewusst? Oder die Gefahr, eine Publikation, über die er keine inhaltliche Kontrolle hatte, zu gefährlich?

ÖDE hart an der Grenze, Kim Schmidt, Flying Kiwi Verlag 1999
„ÖDE hart an der Grenze“, Kim Schmidt, Flying Kiwi Verlag 1999

ISBN 978-3-926055-19-7 (vergriffen)

Der Band beinhaltet eine Auswahl der „neuen“ ÖDE-Strips von Kim von Nr. 126 bis 214 sowie einen Blick in das ÖDE-Archiv sowie ein ausführliches Interview mit Kim Schmidt, das Volker Sponholz im April 1997 im Beisein von Jens Junge, Lutz Mathesdorf und Jörg Reymann führte: „ÖDE ist nicht zum Kuscheln!“

 

Die Kooperation mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z)

Stefan Lipsky war zweiter Chefredakteuer des Schlewig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z), damals noch in der Holmpassage ansässig. Stephan Richter war der erste Chefredakteur, der uns Jungs, Kim und mich, schon zu seinen Zeiten als Jugendredateur für die „A7“ kannte (u.a. Stichwort: „Holmblamage“).

Der sh:z hatte natürlich mitbekommen, dass Kim und ich seit 1983 für das kostenlose Flensburger Wochenblatt „Moin Moin“, ein damals übliches Anzeigenblatt, regelmäßig den ÖDE als regionalen Comicstrip produzierten. Ich hatte ab 1984 gelegentlich für das seriöse, journalistisch geprägte Flensburger Tageblatt einige Illustrationen gezeichnet, was ich persönlich schon als Sieg für die neunte Kunst empfand und in dem ansonsten nach „Bleiwüste“ aussehenden sehr textlastigem Blatt als Revolution feierte. Selbst SW-Fotos waren auf der Titelseite noch sehr selten. Meine Zeichnungen erschienen aufgrund meiner Ausbildung in Bonn dann auch im „Vorwärts“ der SPD, im „Mittelstandsmagazin“ der CDU/CSU und in der taz (tageszeitung), die eher gerade die frisch in den Bundestag eingezogenen Grünen politisch unterstützten. Und nun wollte der sh:z auch was, aber mehr. Die Gespräche zogen sich über Jahre. Ich hatte keine Idee, wollte ungern der „Moin Moin“ untreu werden und ich hatte immer weniger Zeit zum Zeichnen, weil ich ab 1986 viel Sport trieb, inzwischen ab 1996 das Landesportal unter der Domain schleswig-holstein.de zu verantworten hatte und jahrelang nichts Vernünftiges mehr gezeichnet hatte. Natürlich brachte ich dann Kim beim sh:z ins Spiel beim Gespräch mit Stefan Lipsky. Kim konnte es viel besser. Und 1997 mit ÖDE on the road und dem Hedwig-Holzbein-Poster war es dann endlich soweit. Wir schwammen auf einer Erfolgswelle und der sh:z nahm uns ernst. Kim musste sich etwas einfallen lassen, was für den ÖDE-Strip keine Konkurrenz sein sollte. So entstand in der Diskussion mit Stefan Lipsky und Stephan Richter (beide Chef-Redakteure) die Cartoon-Serie „Local Heroes“ mit sehr norddeutschem Humor.

 

Die Cartoon-Serie „Local Heroes“ seit 1997

Die Cartoon-Serie „Local Heroes“ erscheint also seit 1996 wöchentlich in den Ausgaben des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z). Zeitungen sind jedoch ein sehr vergängliches Medium. Manche wickeln ihren frischen Fisch darin ein. Da liegt es Nahe und auf der Hand, dass der Weltliteratur etwas Beständiges in Buchform an die Hand zu gegeben ist. Und so erscheinen seit 1997 fast jährlich im goldenen Herbst eines jeden Jahres die gesammelten Cartoons der Local Heroes als Jahresrückblick. Nur manchmal wird die jährliche Bandzählung durch das Erscheinen von wohl begründeten Sonderbänden unterbrochen (s. unten).

Local Heroes, Band 1, Neues aus Hedwig-Holstein
Local Heroes, Band 1, „Neues aus Hedwig-Holstein“, 1997

Band 1 kaufen: ISBN 978-3-926055-10-1

 

Jens Junge und Kim Schmidt bei der Buchpräsentation von Band 1 der Local Heroes in der Galerie in Flensburg 1997
Jens Junge und Kim Schmidt bei der Buchpräsentation von Band 1 der Local Heroes im Restaurant „Galerie“ am Holm in Flensburg 1997 (Foto: Nane Jürgensen)

 

Local Heroes, Band 2, Muuuh
Local Heroes, Band 2, „Muuuh“, 1998

Band 2 kaufen ISBN 978-3-926055-15-6

 

Local Heroes, Band 3, Jahrhundert-Story
Local Heroes, Band 3, „Jahrhundert-Story“, 1999

Band 3 kaufen ISBN 978-3-926055-24-8

 

Local Heroes, Band 4, "Moin"
Local Heroes, Band 4, „Moin“, 2000

Band 4 kaufen: ISBN 978-3-926055-30-9

 

Local Heroes, Band 5, "Zeichensprache"
Local Heroes, Band 5, „Zeichensprache“, 2001

Band 5 kaufen: ISBN 978-3-926055-57-6

 

Local Heroes, Band 6, "Alarm in Güllerup"
Local Heroes, Band 6, „Alarm in Güllerup“, 2002

Band 6 kaufen: ISBN 978-3-926055-69-9

 

Local Heroes, Band 7, "Urlaub auf dem Bauernhof"
Local Heroes, Band 7, „Urlaub auf dem Bauernhof“, 2004

Band 7 kaufen: ISBN 978-3-926055-76-7

 

Local Heroes, Band 9, "Land unter!"
Local Heroes, Band 8, „Land unter!“, 2007

Band 8 kaufen: ISBN 978-3-926055-87-3

 

Local Heroes, Band 8, "Hühnerkram"
Local Heroes, Band 9, „Hühnerkram“, 2006

Band 9 kaufen: ISBN 978-3-926055-90-3

 

Local Heroes, Band 10, "Schwarzbunt"
Local Heroes, Band 10, „Schwarzbunt“, 2008

Band 10 kaufen: ISBN 978-3-926055-98-9

 

Local Heroes, Band 11, "Regional Liga"
Local Heroes, Band 11, „Regional-Liga“, 2009

Band 11 kaufen: ISBN 978-3-940989-00-0

 

Local Heroes, Band 12: "Alles Bio"
Local Heroes, Band 12: „Alles Bio“, 2010

Band 12 kaufen: ISBN 978-3-940989-02-4

 

Local Heroes, Band 13, "Landleben"
Local Heroes, Band 13, „Landleben“, 2011

Band 13 kaufen: ISBN 978-3-940989-04-8

 

Local Heroes, Band 14, "Seitenwind"
Local Heroes, Band 14, „Seitenwind“, 2012

Band 14 kaufen: ISBN 978-3-940989-11-6

 

Local Heroes, Band 15, "Land der Horizonte"
Local Heroes, Band 15, „Land der Horizonte“, 2013

Band 15 kaufen: ISBN 978-3-940989-13-0

 

Local Heroes, Band 16, "Selvieh"
Local Heroes, Band 16, „Selvieh“, 2014

Band 16 kaufen: ISBN 978-3-940989-21-5

 

Local Heroes, Band 17, "Gartenfreunde"
Local Heroes, Band 17, „Gartenfreunde“, 2016

Band 17 kaufen: ISBN 978-3-940989-31-4

 

Local Heroes, Band 18, "Küstenstriche"
Local Heroes, Band 18, „Küstenstriche“, 2017

Band 18 kaufen: ISBN 978-3-940989-34-5

 

Local Heroes, Band 19, "Landeier"
Local Heroes, Band 19, „Landeier“, 2018

Band 19 kaufen: ISBN 978-3-940989-35-2

 

Local Heroes, Band 20, "Wat muht, dat muht"
Local Heroes, Band 20, „Wat muht, dat muht“, 2019

Band 20 kaufen: ISBN 978-3-940989-38-3

 

Local Heroes, Band 21, "Halb so wild"
Local Heroes, Band 21, „Halb so wild“, 2021

Band 21 kaufen: ISBN 978-3-940989-49-9

 

Local Heroes, Band 22, "Meer geht immer"
Local Heroes, Band 22, „Meer geht immer“, 2022

Band 22 kaufen: ISBN 978-3-940989-52-9

 

Local Heroes, Band 23, "Netzfund"
Local Heroes, Band 23, „Netzfund“, 2023

Band 23 kaufen: ISBN 978-3-940989-54-3

 

Local Heroes Sonderbände

Absolut zeitlich unpassend, das Land war gekennzeichnet durch die Corona-Pandemie, alle Urlaube mussten storniert werden, die Hotels und Pensionen blieben geschlossen, er herrschte der „Lock down“. Alle blieben zuhause. Da erschien gegen diesen Trend der Sonderband „Urlaubsland Waterkant“. Zum Glück ist dieses Büchlein ebenso zeitlos, wie all die anderen Local Heroes auch. Und die Cartoons helfen jeder Urlauberin und jedem Urlauber bei der Verarbeitung seiner Erfahrungen im hohen Norden 🙂

Local Heroes, Sonderband, "Urlaubsland Waterkant", 2020
Local Heroes, Sonderband, „Urlaubsland Waterkant“, 2020

Sonderband Urlaubsland Waterkant kaufen: ISBN 978-3-940989-43-7

Alle zwei Jahre finden sogenannte Fußball-Großereignisse statt. Alle vier Jahre kicken die Fußball-Millionäre um die Weltmeisterschaft und um zwei Jahre versetzt alle vier Jahre wird die Europameisterschaft ausgetragen. So auch 2016 in Frankreich. Deutschland kam in der Gruppe C mühsam auf Platz 1 und verlor gegen den Gastgeber Frankreich im Halbfinale mit 2:0. Dabei sahen wohl ca. 82 Millionen deutsche Bundestrainer an den TV-Bildschirmen zu und wohl auch die zahlreichen tierischen Bewohner des nördlichsten Bundeslandes, die der Sonderband „Public Muhing“ verrät. Auch ein zeitloses Meisterwerk.

Local Heroes, Sonderband, "Public Muhing", 2016
Local Heroes, Sonderband, „Public Muhing“, 2016

Sonderband Public Muhing kaufen: ISBN 978-3-940989-30-7

 

Ein weiteres zeitloses Thema ist der geschenkpflichtige Feiertag am Jahresende, weil er immer wieder kommt. Zwar ist der Schnee in den Cartoons eher von gestern, aber wer träumt nicht noch immer von damals, als es noch weiße Weihnachten gab? Naja, und die sind im Norden immer besonders, darüber berichtet der Sonderband „Fröhliche Schweihnachten“.

Local Heroes, Sonderband, "Fröhliche Schweihnachten", 2015
Local Heroes, Sonderband, „Fröhliche Schweihnachten“, 2015

Sonderband Schweihnachten kaufen: ISBN 978-3-940989-28-4

 

Das zentrale, kulturelle Hocherlebnis Schleswig-Holsteins in Sachen Musik (okay, speziell Heavy Metal) ist das Wacken-Open-Air-Festival seit vielen Jahren, das weit über den Norden hinaus wirkt und von überall seine Besucherinnen und Besucher anreisen lässt. Kim Schmidt hat hier nicht nur einen persönlichen Erlebnisbericht vom Festivalgelände verfasst, sondern für alle Da- und Dabeigewesenen ein wunderbares Werk der kulturellen Erinnerungskultur gestalterisch umgesetzt: W:O:A Heroes oder der Sonderband „Wacken“ der Local Heroes hinterlässt Spuren im schlammigen Feld. Zum 25-jährigen Jubiläum von W:O:A in 2014 ist diess Zeitdokument veröffentlicht worden.

Local Heroes, Sonderband: "Wacken" (WOA)
Local Heroes, Sonderband: „Wacken“ (WOA), 2014

Sonderband Wacken kaufen: ISBN 978-3-940989-16-1

 

Sex sells. In einem Erotik Spezial, dem Sonderband „Schweinegeil“ der Local Heroes widmen sich die tierischen Protagonisten nicht nur dem Schlüsselloch in bestimmte Schlafzimmer sondern zeigen auch, wie das so ist mit dem Verlangen, sich näher zu kommen und dem Treiben auf dem Lande. Der Norden hat mehr als nur Güllewagen, Landmaschinen, Ackerflächen und Windräder zu bieten. Zwischen Saubox und Melkanlage sind Ferkeleien aller Art zu finden.

Local Heroes, Sonderband, "Schweinegeil", 2015
Local Heroes, Sonderband, „Schweinegeil“, 2015

Sonderband Schweinegeil kaufen: ISBN 978-3-940989-25-3

 

Der hohe Norden ist geprägt durch zahlreiche kulturelle und sprachliche Einflüsse. An der Westküste wird friesisch gesprochen, in „Südschleswig“ fühlen sich zahlreiche Dänen als Minderheit zuhause und eigentlich spricht man im Norden Plattdeutsch. Und in der Schule wurde allen Hochdeutsch antrainiert. Da müssen die Local Heroes je nach sprachlicher Heimat natürlich auch mal diese kulturelle Vielfalt mit mehreren entsprechenden Sonderbänden abdecken.

Local Heroes, Sonderband, "Plattdeutsch"
Local Heroes, Sonderband, „Plattdeutsch“, 2005

Sonderband Plattdeutsch 1 kaufen: ISBN 978-3-926055-81-1

 

Local Heroes, Sonderband, "Dänisch"
Local Heroes, Sonderband, „Dänisch“, 2005

Sonderband Dänisch kaufen: ISBN 978-3-926055-82-8

 

Local Heroes, Sonderband, "Friesisch" oder "Fraasch"
Local Heroes, Sonderband, „Friesisch“ oder „Fraasch“, 2005

Sonderband Friesisch kaufen: ISBN 978-3-926055-83-5

Wenn ein Band schon viersprachig erschienen ist, dann eignet sich ein solches Projekt auch zum Einsatz bei den neuen technologischen Errungenschaften, wie z.B. einem eBook, in dem sämtliche Gags die babylonische Sprachverwirrung mit ein paar simplen Klicks entschlüsseln. Ein Muss für jeden Anthropologen, Ethnologen oder Linguisten oder eben alle, die Spaß an der Vielfalt im Norden haben.

Local Heroes, Sonderband, eBook, viersprachig
Local Heroes, Sonderband, eBook, viersprachig

 

Und weil ein Band wegen der zahlreichen Nachfrage nicht ausreichte, ist dann auch der Sonderband „Plattdeutsch 2“ erschienen.

Local Heroes, Sonderband, "Plattdeutsch 2"
Local Heroes, Sonderband, „Plattdeutsch 2“, 2012

Sonderband Plattdeutsch 2 kaufen: ISBN 978-3-940989-07-9

 

Das war ÖDE, Gesamtausgabe 1983-2015 (2017)

Die kostenfreie Wochenzeitung „Moin Moin“ hatte im Verlauf der Flüchtlingsbewegung von 2015, wo an die 15.000 an der deutsch-dänischen Grenze am Bahnhof hängen blieben, mit ihrer Redaktion einen ÖDE-Steifen von Kim „zensiert“, nicht gedruckt, weil er ihr zu politisch war. Kim hat daraufhin diesen Comic im Internet bei Facebook veröffentlicht und ahnte wohl nicht, was er damit für einen Shitstorm bei dem kleinen Verlag auslöste.

 

Das war ÖDE, Gesamtausgabe 1983-2015
Das war ÖDE, Gesamtausgabe 1983-2015 von 2017

Das war ÖDE kaufen: ISBN 978-3-940989-33-8

 

Hintergrundgeschichten

Der Flying Kiwi Verlag ist als Comicverlag gegründet worden. Kein anderer Verlag, bei dem wir in den 1980ern anklopften, wollte unsere Zeichnungen. Als ich 1984 das erste Mal auf dem Comic Salon in Erlangen war und erwartungsvoll mit meiner prallen Zeichenmappen von Stand zu Stand lief, um Zuspruch und Interesse einzusammeln, passiert jedoch gar nichts. Kein Interesse an einem solchen Jungzeichner. Meine innerer Stimme sagte mir aus Trotz „Mache es selbst.“ Natürlich ahnte ich im Alter von 20 Jahren nicht, auf was ich mich da einließ und welche Herausforderungen des Lebens zu meistern wären. Naivität schützt vor zu früh blockierenden Neins. Also dann los.

edition sh:z

Nun hatten wir mit dem Flying Kiwi Verlag nach fast 10 Jahren mühsam ein Vertriebsnetz über die landesweiten Buchhandlungen aufgebaut. Als ich so stolz mit dem ersten Comicband „ÖDE Zeiten“ 1988 in die ersten Buchhandlungen fragend lief, ob sie bitte dieses Buch in ihr Sortiment mit aufnehmen könnten, wurde ich ablehnend und kopfschüttelnd wieder nach Hause geschickt. Dies passierte nicht nur einmal. Ich fuhr mit dem orangen VW Passat meines Vaters vollgeladen mit den Büchern durch ganz Schleswig-Holstein. „Wir sind eine Buchhandlung. Trivialliteratur führen wir nicht.“ „Comics sind bei uns unerwünscht.“ „Wer sind Sie? Kennt man Sie?“ Keiner glaubte so sehr an einen Absatz und Umsatz wie wir.

Die letzte Frage regte zur Kreativität an. Ohne fundamentale Öffentlichenkeitsarbeit war diese Nuss nicht zu knacken. Kim und mir wurde diese Aufgabe durch eine solche Wand der Ablehung zwingend bewusst. Aufgrund des guten persönlichen Drahtes zu den Journalisten des Zeitungsverlages fiel es uns relativ leicht, um eine attraktive Berichterstattung zu bitten. Mit Beginn der regelmäßigen Veröffentlichung der Cartoons der „Local Heroes“ in den landesweiten sh:z-Ausgaben erschienen dann auch unterstützend Anzeigen, die u.a. den Satz enthielten: „Das entsprechende Buch dazu gibt es im Buchhandel deines Vertrauens.“ Die Leserinnen und Leser liefen tatsächlich in den Buchhandel und fragten nach unseren Comics und Cartoons. Ziemlich genervt riefen dann die Buchhändler im Verlag an und baten um Belieferung.

 

edition sh:z: „Schleswig-Holstein Topographie“ (2001-2008)

Eine der umfassendste Beschreibung des Landes Schleswig-Holsteins seit 100 Jahren umfasst alle Städte und Dörfer des nördlichsten Bundeslandes. Alphabetisch geordnet, werden sämtliche Gemeinden des Landes in ihrer großen Vielfalt lebendig mit Texten und Fotos beschrieben.

edition shz, Schleswig-Holstein Topographie, Band 1, 2001
edition sh:z, Schleswig-Holstein Topographie, Band 1, 2001

 

edition sh:z, Schleswig-Holstein Topographie, Flying Kiwi Verlag 2001-2008
edition sh:z, Schleswig-Holstein Topographie, Flying Kiwi Verlag 2001-2008

 

 

Spielwissenschaften, Ludologie

Von Oktober 2014 bis Februar 2018 lief das vom Bundesforschungsministerium geförderte Forschungsprojekt „LudoLeist“ an der design-akademie-berlin (dab) und der HWR Berlin. Zum EMF-Institut an der HWR Berlin hatte ich seit 2008 gute Kontakte, vor allem zu Prof. Dr. Birgit Felden. So nahm ich dort einen Lehrauftrag im Bereich Entrepreneurship an und unterrichtete bei Studierenden, die frisch gegründete Start-Ups in Berlin in einem Semester mit ihren Impulsen unterstützen sollten. Am EMF-Institut waren Steffen Tröger, Laura Marwede und Michael Graffius wissenschaftliche Mitarbeiter, mit denen ich immer hier und da nach möglichen Fördertöpfen Ausschau hielt. Da lief uns das BMBF-Programm „ProfUnt“ für die Forschung an Fachhochschulen über den Weg, das sich stark eingeschränkt an frisch berufene Fachhochschulprofessoren richtete. Birgit und Prof. Dr. Sven Ripsas waren schon zu lange Professoren. Ich selbst fiel noch gerade in diese Katagorie der „Jungen“ und konnte den Antrag über die dab stellen, wollte aber auch gerne mit der HWR Berlin und dem EMF kooperieren. Also begann die Suche nach einem Jung-Prof, den wir für das Thema Spiel und Start-Ups begeistern könnten und stießen auf Prof. Dr. Avo Schönbohm, der als Controlling-Prof noch frisch genug an der HWR dabei war.

 

„Spielräume – Facetten von Gamification in Unternehmen und Weiterbildung“, Flying Kiwi Media, Dollerup 2017. ISBN 978-3-940989-31-1.

Buch "Spielräume", Abschlussband zum Forschungsprojekt "LudoLeist" an der dab und der HWR, EMF-Band 9, Flying Kiwi 2018
Buch „Spielräume“, Abschlussband zum Forschungsprojekt „LudoLeist“ an der dab und der HWR, EMF-Band 9, Flying Kiwi Media, Dollerup 2017

 

„Mensch, spiel! – Nachhaltigkeit für alle“ Mit Spielzeug die Herausforderungen unseres Lebens begreifen und gestalten. Pitchdeck zum attraktiv-fröhlichen Nachhaltigkeitsprojekt in der Spielzeugstadt Nürnberg. Flying Kiwi Media, Dollerup 2022, ISBN 978-3-940989-51-2.

Mensch, spiel! Nachhaltigkeit für alle, neues Konzept für das Spielzeugmuseum Nürnberg, Karin Falkenberg, Flying Kiwi 2022
Mensch, spiel! Nachhaltigkeit für alle, neues Konzept für das Spielzeugmuseum Nürnberg, Karin Falkenberg, Flying Kiwi Media, Dollerup 2022