Unternehmer

Der Weg als Unternehmer – ein endloses Spiel

Warum bist Du Unternehmer geworden? Warum hast Du mehrere Unternehmen gegründet? Diese zwei Fragen habe ich schon öfter gestellt bekommen. Es folgt ein Antwortversuch.

1. Familiäre Ausgangslage

Nein, ich bin nicht als Unternehmer geboren worden. Mein Vater war Zollbeamter. Im familiären Umfeld gab es für mich keine Firma als Nachfolger zu erben oder zu übernehmen. Auch waren bei uns am Mittagstisch keine unternehmerischen Herausforderungen regelmäßiges Gesprächsthema. Mein Opa mütterlicherseits, Paul Wendt (1898-1958), hatte zwar ein Einzelhandelsunternehmen in der Hansestadt Lübeck aufgebaut, einen „Konsum“, aber er war leider schon elendig an Lungenkrebs gestorben, als ich geboren wurde.

Konsumgenossenschaft Lübeck, Unternehmer Paul Wendt
Paul Wendt (1898-1958), 2. v.r., Unternehmer und Betreiber der Konsumgenossenschaft in Lübeck, ein Teil der späteren coop Schleswig-Holstein e.G.

Das Motto der Konsumgenossenschaft war „Ohne Gewinn ist der wahrhafte Sinn“. Mein Opa kam aus sehr ärmlichen Verhältnissen und hatte sich vom Lagerarbeiter zum genossenschaftlichen Unternehmer hoch gearbeitet. Ihm kam es nach dem I. Weltkrieg darauf an, sein Organisationstalent für die Versorgung der bedürftigen und armen Leute einzusetzen. Der „Hardcore-Unternehmer“, der ständig eine Gewinnmaximierung als Ziel verfolgt, jede Marktchance für sich nutzt, war er nicht. Ihn trieb eine Aufgabe an, nicht der Eigennutz.

Mein erstes Unternehmen habe ich aus Trotz gegründet. Mit zahlreichen kreativen, humorvollen Zeichnungen, vielen Ideen im Kopf und mehreren liebevoll zusamemmengestellten Bewerbungsschreiben bei entsprechenden Verlagen sammelte ich Absage um Absage ein. Als Zeichner oder Autor hatte niemand Verwendung für mich, schätzte kein Verleger mein Talent für ausreichend genug ein. Dies erging meinem Freund und ebenso begeisterten Zeichner Kim Schmidt ähnlich.