Zahlreiche wissenschaftliche Disziplinen haben sich bisher mit dem Urhänomen, der anthropologischen Konstanten, dem Spiel auseinandergesetzt, es beobachtet, beschrieben und versucht zu erklären.
Alle wissenschaftliche Disziplinen befassen sich mit dem Spiel
Archäologen fanden in Mesopotamien oder im alten Ägypten Brettspiele, die über 5000 Jahre alt sind oder phantasievolles Spielzeug bei der Stadt Ulm, dass 42.000 Jahre alt ist. Pädagogen wissen um die Kraft des Spiels bei der kindlichen Entwicklung in zahlreichen Kompetenzbereichen. Biologen, Zoologen und Verhaltensforscher analysieren spielende Tiere. Psychologen wissen, wie sie mit der Spieltherapie an emotionale Ebenen beim Menschen kommen, die die reine Rationalität verdeckt. Soziologen wissen, in einer Gesellschaft Rollen spielerisch trainiert oder hinterfragt werden. Philosophen kennen die Gedankenspiele, die wesentliche menschliche Fähigkeit des „Als-ob“, der Fiktion. Ethnologen und Anthropolgen haben die unterschiedlichen Ausprägungen in verschiedenen Kulturen durch das Spiel erfrasst. Wirtschaftswissenschaftler optimieren ihre komplexen Entscheidungen mit Hilfe der mathematisch geprägten „Spieltheorie“. Mathematiker haben auf der Grundlage der Glücksspiele die Wahrscheinlichkeitsrechnung ersonnen, um besser mit Unvorsehbarem oder Zufälligem umgehen zu können. Die Physik hat bei der Berechnung des Dralleffektes beim Billardspiel „nebenbei“ für die Meteorologen die Berechnungsmöglichkeite für Hoch- und Tiefdruckgebiete geschaffen, was überhaupt nur eine Wettervorhersage ermöglicht. Und die Quantenphysik hat gezeigt, wie die Natur im kleinsten Teilchenbereich, den Menschen sich vorstellen können, spielt. Medienwissenschaftler nehmen entgegen der deutschen Kulturpolitik Spiele als Medienwerke und Analysegegenstand wahr. Informatiker entwickeln moderne Studiengänge für das Game Development, um Nachwuchskräfte für Zukunftstechnologie auszubilden. Theater-, Film-, Musik- und Sportwissenschaftler befassen sich sowieso tagtäglich mit den Phänomenen rund um das Spiel.
Und? Ist es nicht verwunderlich, dass es noch keine das alles verbindende Spielwissenschaft als Meta-Wissenschaft gibt?


Link zur Website der Deutschen Gesellschaft für Spielwissenschaft e.V.
